*Wintertipps 

  

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Fahren im Winter
Als Autofahrer müssen Sie den Winter wahrlich nicht mögen, aber Sie sollten Ihn beherrschen. Mit unseren Tipps bleiben Sie in der Spur. Und sollten Sie doch einmal in eine Ausnahmesituation geraten, können Sie mit den richtigen Verhaltensregeln im Hinterkopf schnell und angemessen reagieren.
Vor dem Start Scheiben und Karosserie gründlich von Eis und Schnee befreien. Kleine Gucklöcher sind etwas für Panzerfahrer. Im Straßenverkehr erhöhen sie unnötigerweise das Unfallrisiko. Plötzlich abrutschende Schneebretter beim Bremsen erhöhen schlagartig den Stress durch Sichtverlust. Und was banal klingt: die Schuhe gut abklopfen. Je mehr Feuchtigkeit mit ins Wageninnere getragen wird, desto mehr beschlagen die Scheiben.

Nicht nur sehen ist wichtig, sondern auch gesehen werden. Also regelmäßig verschmutzte Front- und Heckleuchten säubern. 

Aufgrund des verlängerten Anhaltewegs Sicherheitsabstand vergrößern. So hat man mehr Zeit zu reagieren, wenn vorausfahrende Fahrzeuge bremsen. 

Abruptes Abbremsen oder Lenken vermeiden, um nicht ins Schleudern zu geraten. Ihre Geschwindigkeit sollte Sie selbstverständlich den Witterungsverhältnissen anpassen.

Auf wechselnde Fahrbahnbeläge vorbereitet sein. Die viel empfohlene Bremsprobe vor Beginn der Fahrt sagt nur über den Grip der Reifen bei dem momentanen Fahrbahnuntergrund aus. Trockene Streckenabschnitte können überraschend in Glatteis, Schneeglätte oder Matsch übergehen. Deshalb vorrausschauend fahren und das Tempo den Straßenverhältnissen anpassen. Besondere Vorsicht ist beim Einbiegen in ungeräumte Seitenstraßen, an Kreuzungen, auf Brücken und in Waldschneisen geboten.

Wenn möglich Autobahnen und andere Hauptverkehrswege benutzen. Hier findet man auch bei länger anhaltendem Schneefall die sichersten Straßenbedingungen vor. 
Trotz Allradantrieb und elektronischen Fahrhilfen vorsichtig fahren. Diese Einrichtungen verbessern zwar die Lenkfähigkeit und Stabilität des Wagens, den Bremsweg verkürzen sie nicht. 

Wenn Sie nun doch einmal in Bedrängnis geraten - das Heck bricht aus, der Wagen schiebt über die Vorderräder - treten Sie zuerst die Kupplung. Das Auto stabilisiert sich besser, wenn die Antriebsräder frei drehen können. Dann Gegenlenken - aber kontrolliert und nicht panisch! Wenn Sie das Lenkrad zu weit einschlagen, erzielen die komplett zur Fahrtrichtung quergestellten Räder nur noch minimalste Lenkwirkung.

Mit ABS bleibt das Fahrzeug lenkbar. Ist der Bremsweg zu kurz, kann der Fahrer dem Hindernis ausweichen. Ohne ABS bleibt Ihnen die Stotterbremse. Durch abruptes, mehrmaliges Bremsen verhindern Sie ein blockieren der Räder. Der Wagen bleibt lenkfähig und Sie können im Notfall noch ausweichen.

Alles steht und fällt also mit dem Grip der Räder. Wenn Sie einen Wagen mit Heckantrieb haben, sollten Sie zusätzliche Gewichte in den Kofferraum packen. Frontantriebler kommen an einem Steilhang rückwärts besser voran - aber natürlich nur, wenn es die Verkehrslage erlaubt. Für beide Antriebsarten gilt: Anfahren im zweiten Gang verhindert durchdrehende Räder.

Fahrer von Premium-Modellen können zur Winter-Vorbereitung sogar auf spezielle Kurse ihrer Hersteller zurückgreifen:

BMW Fahrer-Training

Audi driving experience 
Mercedes Fahrsicherheitstraining

Porsche Sportfahrschule 

 

In einem Tag winterfit 

Bevor einen der Winter ganz kalt erwischt, sollte der pfiffige Autofahrer ein paar wichtige Dinge an seinem Auto auf die veränderten winterlichen Bedingungen anpassen. Nehmen Sie sich ein Zeit zur Vorbereitung und Sie ersparen sich den dicksten Ärger bei Minusgraden. 


Frostschutz
Besonderen Schutz vor Frost brauchen die Scheibenwaschanlage und der Kühler. Vergewissern Sie sich vor dem ersten Frost, ob sie beiden genügend Frostschutzmittel beigemischt haben. Insbesondere, wenn Sie während des Sommers öfter reines Wasser in den Kühler nachgeschüttet haben, kann der Frostschutz nicht mehr ausreichen. Sind Sie im Zweifel ob des richtigen Mischverhältnisses, sollten Sie vorsichtshalber eine Werkstatt aufsuchen.

Das gilt auch, wenn Sie die Gebrauchsanweisung Ihres Wagens verlegt haben und nicht wissen, wo genau das Kühlwasser ergänzt wird.

Licht
Die Funktionstüchtigkeit des Lichts zu überprüfen gehört eigentlich zu den üblichen Pflichtübungen des Autofahrers. Aber besonders in der dunklen Jahreszeit, sollte die Beleuchtung einwandfrei funktionieren. Denken Sie auch nach längeren Fahrten über matschige Straßen an eine Reinigung der Leuchten, da Ihnen sonst schnell der Durchblick verloren geht.

Türschloss
Wer noch nicht stolzer Besitzer eines Autos mit Fernbedienung ist, sollte rechtzeitig dafür sorgen, dass die Türschlösser nicht einfrieren. Am besten eignet sich zu diesem Zweck die Verwendung von Graphitfett. Wer es doch mal wieder versäumt hat vorzusorgen, dem bleibt noch der chemische Türschlossenteiser. Bitter nur, wenn das wichtige Fläschchen sich im Auto befindet. Dann hilft nur noch der Trick mit dem Feuerzeug. 



Batterie
Wer vermeiden möchte, dass er mit einem langen Gesicht und fehlendem Überbrückungskabel fröstelnd neben seinem Auto steht, das nur noch wimmernde oder gar keine Geräusche mehr von sich gibt, der sollte sich rechtzeitig um seine Batterie kümmern. Lassen Sie vor dem ersten Kälteeinbruch Ihre Batterie in einer Werkstatt durchchecken. Im Zweifelsfall lohnt sich die Investition in eine neue Batterie. Wer sich nicht sicher ist, dem sei zumindest der Kauf eines Überbrückungskabels empfohlen.

Wo Sie gerade schon in der Werkstatt sind, sollten Sie auch nach der Lichtmaschine, dem Keilriemen und der Zündanlage schauen lassen. Sicher ist sicher! 
Türgummis
Ähnlich wie bei den Türschlössern kommt auch bei den Türgummis das böse Erwachen erst, wenn die Tür sich nicht mehr öffnen lässt. Wer vorsorgen möchte, der sollte die Gummis mit Hirschtalg oder Glycerin einreiben. So lassen sich die Türen auch noch bei finsterem Frost leicht öffnen.

Schneeketten
Nach den Tunnelkatastrophen in den Alpen wird besonders in diesem Winter die Schneekette zum wichtigen Begleiter für Winterurlauber werden, da zu befürchten ist, dass die Tunnels gesperrt bleiben. Es empfiehlt sich, die Ketten schon zu Hause zu erproben, da man sonst in eine knifflige Situation kommen kann, wenn man die Ketten schnell anlegen muss. Wer nur sehr selten eine Schneekette benötigt, kann sich diese auch bei den Automobilclubs ausleihen. Für Mitglieder berechnet der ACE zum Beispiel zirka 25 Euro für eine Woche (Mindestverleihdauer). Die Schneeketten können dabei entweder in einer Station abgeholt werden oder sie werden per Post versandt.

Notfallausrüstung
Der Winter hat ja bekanntlich seine ganz eigenen Tücken. Wer also trotz technischer Vorsorge doch einmal stehen bleiben sollte, der sollte auf diesen Augenblick vorbereitet sein. So gehören Schaufel, Eiskratzer und Besen genauso zu einem gut präparierten Auto, wie eine warme Decke und Handschuhe. Bedenken Sie, dass Sie auch schell mal in einen Stau geraten können und das Laufenlassen des Motors dauerhaft nicht möglich ist. Hier freuen Sie sich spätestens nach 20 Minuten, wenn Sie sich in eine warme Decke hüllen können

Luxus Standheizung? 

Viele Menschen, die im Schwarzwald oder den Alpen leben, wissen es zu schätzen: Bevor sie in ihr Auto steigen, lassen sie die Standheizung laufen und haben es so mollig warm, wenn sie einsteigen.

 Aber nicht nur Bequemlichkeit und Komfort bietet eine Standheizung. Auch zur wichtigen Sicherheit kann sie einen großen Teil beitragen. So sind schon beim Einsteigen die Scheiben frei von Eis und der Fahrer kommt gar nicht erst in die Versuchung, trotz Eisresten an der Scheibe zu starten. Zudem bietet die Standheizung dem Fahrer noch einen physiologischen Vorteil: Test haben bewiesen, dass ein Autofahrer, der selbst auch schon auf "Betriebstemperatur" ist, schneller auf gefährliche Situationen reagiert als sein fröstelnder Kollege.

Wer sich für eine Standheizung entscheidet, kann grundsätzlich zwischen drei verschiedenen prinzipiellen Möglichkeiten wählen. 

Elektrischer "Tauchsieder"
Die erste Möglichkeit ist ein in den Motor eingebauter Vorwärmer, der das Kühlwasser aufheizt, während das Auto in der Garage oder auf dem Parkplatz steht. Dazu benötigt er allerdings einen elektrischen Anschluss und damit auch eine Steckdose in der Nähe des Autos. Diese Lösung gibt es von DEFA, von der Firma waeco vertrieben und von Calix, von Seehaase vertrieben. Der Tauchsieder kostet zwischen 90 und 300 Euro und der Mechaniker schraubt zwischen 30 Minuten und zwei Stunden - je nach Ausführung und Modell.

Standheizung mit Kraftstoff
Die zweite Lösung bietet dem Autofahrer mehr Unabhängigkeit: Die Heizung, die mit dem Kraftstoff aus dem Tank heizt. Vorzuheizen benötigt allerdings zusätzlich verhältnismäßig viel elektrische Leistung aus der Batterie, denn die Umwälzpumpe für das Kühlwasser und der Heizungsventilator müssen ebenfalls laufen. Falls man noch keine Standheizung im Auto hat, muss man mit 800 bis 1000 Euro Gerätepreis und mit drei bis acht Stunden Einbauzeit rechnen.

Wärmespeicher
Als dritte Möglichkeit gibt es einen Wärmespeicher, der die Wärme des Kühlwassers über mehrere Tage hält und dann beim nächsten Start frei gibt. Dadurch bekommt das Fahrzeug schneller Betriebstemperatur und die normalen Fahrzeugheizung setzt früher ein. Das Gerät kostet etwa 550 Euro und zirka drei bis sechs Stunden Einbauzeit.

Die modernen Diesel-Direkteinspritzer bringen allerdings recht wenig Abwärme ins Kühlwasser ein. Weil der Wirkungsgrad höher und damit die Abwärme und die mögliche Heizleistung immer kleiner wird, kann die normale Bordheizung oftmals das Fahrzeug nicht mehr gut aufheizen. Die Hersteller bauen deshalb Zuheizer ein.

Eine mit Kraftstoff beheizte Standheizung benötigt zusätzlich gut 1/3 Liter Brennstoff pro Stunde und ihr Gewicht ist gegenüber den elektrischen Vorwärmern größer. Eine durchschnittliche Anlage wiegt etwa 2,5 Kilogramm.

Zwischen eineinhalb und acht Ampere benötigen die Standheizungen im Betrieb. Ist die Batterie nach einer kalten Nacht ziemlich erschöpft, kann es Probleme mit dem Anspringen des Motors geben. Falls man die Faustformel "maximale Heizzeit gleich anschließende Fahrzeit" nicht einhalten kann, sollte man deshalb die Anschaffung einer zweiten Batterie in Erwägung ziehen. Solche Heizungen stellen Eberspächer und Webasto her.

Fazit
Alles in allem ist die Standheizung eine praktische Sache, die nicht nur der Bequemlichkeit, sondern auch der Sicherheit dient. Die Topmodelle von Webasto und Eberspächer lassen sich übrigens auch per Handy ein- und ausschalten. Die Firma Webasto bietet beispielsweise die Standheizung "Thermo Call TC1" an, die sich einfach per Telefon aktivieren und bedienen lässt. Dabei ist es egal ob Sie per Handy oder vom Festnetz aus anrufen. Die ideale Lösung für alle, die flexibel sein möchten.

 

 

ThermoCall TC 1.1
Warmes Auto per Anruf     
   WEBASTO- STANDHEIZUNG

Aktivieren Sie Ihre Webasto Standheizung einfach per Telefon. Ob vom Fest- oder Mobilnetz - mit dem Thermo Call TC 1.1 geht das spielend leicht.* So können Sie Ihre Webasto Standheizung oder die Standlüft-Funktion ein- und ausschalten sowie die Heiz- und Lüftungsdauer individuell einstellen. Es erwartet Sie bereits beim Einsteigen eine angenehme Wohlfühlatmosphäre.

 

* Die Gesprächsgebühren entsprechen einem Anruf ins Mobilnetz.

 

Den Durchblick behalten 

In der dunklen und kalten Jahreszeit ist vor allem eines notwendig: Der richtige Durchblick - und das nicht nur im übertragenen Sinne. Schlechte Sichtbedingungen sind für rund die Hälfte der winterlichen Unfälle mit verantwortlich, fand das Münchner Institut für Fahrzeugsicherheit heraus.

 Nicht nur verschmutzte Scheiben, die vor allem bei Dunkelheit zu einer schlechten Sicht führen, machen den Fahrern im Winter zu schaffen. Auch vereiste Scheiben lassen es am richtigen Durchblick fehlen. Hier ist die richtige Vorsorge gefragt.

Waschanlage
Eigentlich ist es trivial: Eine funktionstüchtige Scheibenwasch-Anlage ist die wichtigste Vorsichtsmaßnahme, die man schnell zu schätzen weiß, wenn man im Regen die feuchte, dreckigen Wasserwirbel eines LKW auf der Autobahn durchquert. 

Rechtzeitig vor dem Frost sollte die Scheibenreinigungs-Anlage allerdings auf "Winterbetrieb" umgestellt werden. Unabdingbar ist im Winter die Zugabe von Frostschutzmittel. Dieses verhindert nicht nur das Einfrieren der Flüssigkeit, sondern verbessert auch deren Reinigungswirkung entscheidend. So lassen sich mit wenigen Wischtakten die typischen Winterverschmutzungen beseitigen. Und das ist wichtig, denn nur vier Sekunden ohne Durchblick entsprechen bei Tempo 90 schon 100 Meter "Blindflug", bei 180 sogar schon 200 Meter.

Aber Vorsicht: Wer es mit der Mischung zu gut meint, kann schnell negative Wirkungen heraufbeschwören. Daher sollte man sich an die Mischungsvorgaben des Herstellers halten. Zuviel Frostschutz reinigt nicht nur schlechter, sondern lässt auch den Gefrierpunkt wieder steigen.

Ganz wichtig!

Sobald das Frostschutzmittel in den Tank der Waschanlage eingefüllt ist, sollte man mehrmals die Waschanlage betätigen, damit die Leitungen durchspült werden und mit frostgeschütztem Wasser befüllt sind.



Wasserheizung
Wer es mit dem winterlichen Durchblick besonders ernst nimmt, dem sei ein besonderes Produkt empfohlen. VALEO stellte auf der IAA 2001 die Heizung "OPTI-Wash" für das Scheibenwasser vor. Diese Heizung verhindert ein Anfrieren und verbessert die Reinigungswirkung wesentlich. Das Scheibenwasser wird elektrisch auf 65 Grad Celsius erwärmt. Allerdings müssten Sie den Dezember so überstehen; ab 2002 ist OPTI-Wash als Zubehör zu haben.

Wischblätter
Bosch hat sich ebenfalls der kleinen schwarzen Gummis angenommen und das Flachbalkenwischblatt "Aerotwin" konstruiert. Dabei handelt es sich um ein Wischblatt, bei dem zwei Metallbügel direkt in die Gummikonstruktion integriert sind. Das hat mehrere Vorteile: Erstens gibt es keine Ritzen und Lücken zwischen Gummi und Metall wie bei herkömmlichen Wischerblättern und damit auch keine Pfeifgeräusche mehr.

Zweitens verbessert sich durch die kompaktere Bauweise und die integrierten Metallbügel die Aerodynamik des Wischerblatts; so wird Wischer-Flattern verhindert und die Scheibe gründlicher gereinigt. Drittens schließlich ist der "Aerotwin"-Scheibenwischer schmaler als herkömmliche Modelle, und deshalb wird auch das Sichtfeld des Fahrers weniger stark eingeschränkt. Mehr dazu hier: 

Kratzen oder sprühen?
Wenn Autoscheiben mit Reif oder Eis bedeckt sind, müssen sie vor Fahrtantritt komplett frei gemacht werden. Die hierzu verwendeten Eiskratzer haben dabei den Nachteil, dass sie auch gerne mal die Scheibe verkratzen, was nicht nur unschön aussieht, sondern ebenfalls die Sicht stark behindern kann.

Abhilfe schafft hier zum Beispiel der SONAX Scheiben-Enteiser in der Pump-Sprühflasche. Die Zeitschrift Autobild kürte ihn jüngst zum Testsieger. Wer auf Chemie lieber verzichten möchte, der sollte beim Freikratzen der Scheiben darauf achten, dass er den Schaber auf der Scheibe immer nur in eine Richtung bewegt. So verhindert man am einfachsten, dass sich kleine Partikel an der Schaberkante festsetzen und die Scheibe beschädigen.

Wenn Sie die Tipps beherzigen und eine auf den Winter abgestimmte Fahrweise an den Tag legen, dürfte dem Auto-Winter ein Großteil seines Schreckens genommen sein. 

 

Winterreifen schützen 

Jeden Winter stellt sich aufs Neue die Frage, ob man sich für Winterreifen entscheiden soll oder ob nicht doch die Sommerreifen genügen, da es ja sowieso kaum schneit. 

 Dabei wird häufig übersehen, dass Winterreifen nicht nur bei Schnee und Matsch klare Vorteile haben. Schon bei Temperaturen unter fünf Grad Celsius spielen sie ihre Trümpfe aus. Winterreifen bestehen nämlich aus wesentlich weicheren Gummimischungen, die für die winterliche Fahrbahn-Haftung sorgen. Wer im Winter also auf seine Sommerreifen vertraut, kann auch ohne Schnee oder Glatteis aus der Kurve fliegen.

Sommerreifen werden bei Temperaturen unter fünf Grad Celsius so hart, dass sie sich nicht mehr der Straßenoberfläche angleichen können, die fehlende Verklammerung und der geringere Grip führen zu einem extrem schlechten Haftungswert. Manch ein winterlicher Unfall ist darauf zurückzuführen. 

Alte Reifen sind im Winter ebenfalls nicht zu empfehlen. Selbst wenn ihr Profil noch in Ordnung zu sein scheint, so ist mit der Zeit so viel Weichmacher aus der Reifenoberfläche verdunstet, dass auch sie den nötigen Grip nicht mehr auf die Straße bringen können. Gleiches gilt auch für Reifen, die lange nicht bewegt wurden. Da der wichtige Weichmacher nur dann an die Oberfläche kommt, wenn der Reifen durchgewalkt wird, haben auch diese Reifen ein Grip-Problem, das Sie schnell aus der Bahn werfen kann. Daher sollten Sie Reifen nach spätestens sechs Jahren erneuern. 


Wie das Autos selbst, entwickeln sich auch die Sohlen des Autos weiter, sei es bei der Profiltechnik oder bei der Gummimischung. Daher sollten Sie bei Ihren Reifen immer auch ein Auge auf deren Alter haben. Reifen aller Hersteller tragen daher die sogenannte DOT-Kennziffer auf der Seitenwand, die Auskunft über ihr Produktionsdatum gibt. Seit Anfang 2000 ist diese Nummer nicht mehr dreistellig, sondern besteht aus vier Zahlen. Die beiden ersten Zahlen nennen die Produktions-Kalenderwoche, die nächsten Zahlen das Jahr. Das hier gezeigte Beispiel bezieht sich auf die erste Kalenderwoche des Jahres 2000.
Reifenalter_code
Die alte, dreistellige Reifenbezeichnung, beispielsweise 135, zeigt in den ersten beiden Ziffern ebenfalls die Kalenderwoche. Allerdings steht nur die letzte Ziffer für das Jahr der Herstellung. In unserem Beispiel bleibt also unklar, ob es sich um einen Reifen von 1995 oder 1985 handelt. Diese Unterscheidung lässt sich bestenfalls über das Reifenprofil treffen.

Für alle, die in den Winterurlaub fahren möchten, führt natürlich kein Weg an Winterreifen vorbei. Wichtig bei den winterlichen Pneus ist allerdings, dass sie ein Profil von mindestens vier Millimeter Stärke haben. In Österreich beispielsweise werden Reifen mit geringerem Profil nicht mehr als Winterreifen angesehen.

DIE TESTSIEGER DES ADAC-WINTERREIFEN-VERGLEICHS.
Den kompletten Test finden Sie auf den Seiten des ADAC

 

Abmelden und einmotten ...das Cabrio.. 

Auf die letzten schönen Herbsttage hoffen und diese im Cabrio oder Oldtimer genießen - warum nicht? Doch nach dem Motto "Von der Strasse in die Garage" sollten Sie aber nicht einmotten. Einen Tag braucht es schon, um sein Gefährt für die Überwinterung fit zu machen. Was alles zu tun ist, das hat der ADAC zusammengestellt. 

Zulassung/Steuer/Versicherung
Die Ruhepause fürs Auto kann mit zwei Zulassungs-Varianten verknüpft werden:

Saisonkennzeichen: Wer alljährlich den gleichen Stilllegungszeitraum nutzen will ("volle Monate", z.B. 1.10 bis 30.04.), der sollte bei Straßenverkehrsamt/Zulassungsstelle dieses spezielle Kennzeichen erwerben. Man erspart sich die jeweiligen Gebühren für An- und Abmeldung, vor allem aber längere Wartezeiten am Behörden-Schalter. Mit Ablauf des letzten Tages des einmal gewählten und auf dem Kennzeichen aufgedruckten Monats (bei "3/10" also der 31.10) darf das Fahrzeug keinesfalls mehr auf öffentlichem Grund genutzt werden. 

Reguläres Kennzeichen: Der Zeitraum der "vorübergehenden Stilllegung" lässt sich jedes Jahr anders gestalten, unverhoffte Schönwetterperioden kann man noch nutzen. Aufpassen: Spätestens nach 18 Monaten (früher 12 Monate) erlischt der Fahrzeugbrief. Die anteilige Kraftfahrzeugsteuer wird, tageweise umgerechnet, zurückerstattet.
TÜV und AU: Fällt in die Ruhezeit die Hauptuntersuchung oder/und die AU, dann ist dies nach Wiederinbetriebnahme umgehend nachzuholen (Bußgeld droht! Am besten rechtzeitig Prüftermin vereinbaren). Insbesondere bei Fahrzeugen mit "Vorrübergehender Stilllegung" ist anzuraten, diese Prüfungen noch vor dem Einmotten zu erledigen. Bei der Wiederzulassung werden die Fahrzeugpapiere von der Behörde ja erst dann ausgehändigt, wenn die noch zu erbringenden Prüfnachweise vorliegen. 

Versicherung: Eine Unterbrechung bis zu 6 Monaten zählt (positiv) auf dem Weg in eine günstigere Schadensfreiheitsklasse, ab 7 Monaten bleibt die bei Stilllegungsbeginn bestehende SF-Klasse erhalten - so jedenfalls bei einer Vielzahl von Gesellschaften. Der Teilkasko-Vertrag läuft in der Ruhezeit normalerweise beitragsfrei weiter. Konkret sollte man das, wie auch die anteilige Rückerstattung bereits gezahlter Prämien, direkt mit seinem Versicherer abklären.

Jetzt geht's ans Auto

Karosserie innen: Neben der Reinigung mit Schwamm und Staubsauger sollte man alle losen Bodenbeläge, auch aus dem Kofferraum , herausnehmen. Stößt man hierbei auf feuchte oder modrige Stellen. ist unbedingt weitere Ursachenforschung (Gummiprofile des Verdecks, Schiebedachentwässerung) angesagt.

Leder: Tierhäute behandelt man am besten mit dem, was der Fahrzeughersteller in der Bedienungsanleitung empfiehlt - im übrigen bietet der Handel entsprechende Pflegemittel an.

Karosserie außen: Lack: Nach Hand- oder Maschinenwäsche (Cabrios dürfen meist nicht in die Waschanlage) die Lack-Oberfläche penibel kontrollieren: Reste von Vogelkot, Ausscheidungen von Insekten, Absonderungen von Baumharzen sind teilweise schwer erkennbar, sie können sich aber bei längerer Einwirkzeit bis aufs Blech durchfressen. Dass wir bei der Gelegenheit Steinschlagschäden ausbessern versteht sich von selbst. Und: Ab und zu tut dem Lack auch ein Auftrag von Hartwachs gut.

Unterbodenschutz: Besonders bei älteren Baujahren lohnt sich ein Check von Unterboden und Rad-Häusern: Haben die Schutzschichten Verletzungen oder, höchste Alarmstufe, Ablösungen bzw. Korrosions- Spuren? Eine fundierte Diagnose setzt freilich Hebebühne, gute Beleuchtung und Dampfstrahler-Einsatz voraus. 

Cabrioverdeck: Rissbildung, aufgeplatzte Nähte? Einmal pro Jahr sollte man das schon genauer in Augenschein nehmen. Ob (Dichtgummis) Wasser eindringt, weiß man ohnehin aus dem Fahrbetrieb. Den Gummiprofilen tut auf jeden Fall eine Behandlung mit speziellen Produkten (z.B. Silicon) gut.
Mit Shampoo ans Verdeck? Im Regelfall wird es nur trocken oder feucht abgebürstet (in Fahrzeug-Längsrichtung, von vorne nach hinten), allenfalls mit klarem Wasser abgespritzt. Zur Fleckenentfernung sollte man nur das verwenden, was der Fahrzeughersteller empfiehlt. Die Ruhezeit verbringt das Auto dann mit geschlossener Kapuze.

Motor: Genutztes Öl enthält korrosionsfördernde Bestandteile, also Wechseln. Nicht gut ist es (für die Schmierung zwischen Kolben und Zylinderwand), den Motor ab und zu kurz laufen zu lassen. Das Einfüllen eines speziellen Korrosionsschutzöls ist nur bei mehrjähriger Ruhepause notwendig.
Kühlsystem: Frostschutzfaktor prüfen, ggf. ergänzen. Kraftstoffsystem: Tank auffüllen, um Rostbildung im Inneren zu verhindern (entfällt bei Kunststofftanks).
Batterie: Sie altert immens rasch, wenn sie nicht nachgeladen wird. Abhilfe: Spezielles "Erhaltungs"-Ladegerät anschaffen, oder alle 1-2 Wochen einige Stunden ans Standard-Ladegerät hängen.
Fahrwerk: Am besten Auto aufbocken, das entlastet Reifen und Radaufhängung. Zumindest aber Luftdruck im Reifen auf 3-4 bar erhöhen.
Sonstiges:Handbremse nicht anziehen - die Beläge könnten "festkleben". Autofenster zur Durchlüftung einen Spaltbreit öffnen. 

Technik allg.: Ist in Kürze ohnehin eine Inspektion fällig? Dann lieber vorziehen: Der Arbeitsumfang enthält zum einen sinnvolle Stillegungs-"Elemente", zum anderen erkennt der Fachmann natürlich besser, was aktuell oder in Kürze reparaturbedürftig ist. Auch die ADAC-Prüfzentren sind hierfür eine gute Adresse ("Gebrauchtwagenuntersuchung", "Winter-Check"). Schließlich wollen Sie den Frühjahrs-Start nicht unbedingt mit Werkstatt-Terminen wegen tropfender Wasserpumpe oder mürbem Auspufftopf beginnen.

Der richtige Lagerort: Auch wenn man sich nur in den wenigsten Fällen den Abstellplatz aussuchen kann: Einige Tipps hierzu wollen wir abschließend doch noch geben. Optimal ist ein klimatisierter Raum, in dem Temperatur (ca.15 Grad) und Luftfeuchte (relative Luftfeuchte von ca. 40%, messbar mit dem Hygrometer) konstant eingehalten werden - so wird eine Kondenswasserbildung (Hohlräume!) weitgehend vermieden. Textilien, Gummi, Leder fühlen sich in dem Umfeld ebenfalls recht wohl. Zu meiden wäre auf jeden Fall ein schlecht durchlüfteter Lagerort, der als Folge, zumindest bei unseren Witterungsverhältnissen, dann auch immer zu feucht ist. Den Luxus einer Klimakammer wird man sich i.a. nicht leisten können, einige Firmen (Anzeigen in Oldtimer-Fachzeitschriften) bieten aber einiges zur Luftbesserung an. 

Es gibt hier elektrische Luftentfeuchter (230 V) sowie aufblasbare Kunststoffhüllen, die entweder von Ventilatoren (12 V) durchblasen werden oder in die Behälter mit einem speziellen Trocken-Granulat, dem die aufgenommene Feuchtigkeit im Haushalts-Backofen wieder entzogen werden kann, gestellt werden. Gegen das Einstauben hilft im übrigen ein Baumwolltuch ("Bettlaken" oder Paletots aus dem Oldtimer Fachhandel). Kunstfaserstoffe oder gar Plastikfolien sollte man wegen der mangelhaften Feuchtigkeits-Durchlässigkeit nicht verwenden.

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